Rund um die Berolina

Historisches über die Symbolgestalt Berlins, die Berolina.
Aus Anlaß des Besuches Königs Umberto von Italien ließ Kaiser Wilhelm II. von Emil Hundrieser eine Berolina in 3 Tagen aus Gips erstellen. Es war jedoch nicht die erste Berolina, denn Kaiser Wilhelm I. hatte auf dem Belle Alliance Platz (heute Mehringplatz) zum Einzug der Siegreichen Truppen von 1870/71 eine 11 Meter große Berolina aufstellen lassen. Im Roten Rathaus steht eine Berolina von Johannes Mühlenbruch von 1887. Die Berolina, von der wir hier reden, wurde auf Drängen der Bevölkerung und der Presse in eine dauerhafte Form gebracht. Aus Kupfer getrieben, 7,50 Meter groß, 1 Tonne schwer, wurde sie am 1. Dezember 1895 auf einem 6,20 Meter hohen Sockel auf dem Alexanderplatz aufgestellt. Sie überstand die Revolution von 1918/19, musste jedoch 1927 dem Bau der U-Bahn weichen. Durch heftige Proteste der Berliner Presse und der Berliner Bevölkerung wurde sie jedoch zum 2. Mal aufgestellt und zwar vor dem Warenhaus Tietz. Es war ein riesiges Ereignis für die Berliner und auch das Modell Anna Sasse war eingeladen. Mit einer großen Kapelle der BVG wurde die Berolina feierlich unter dem Jubel der Bevölkerung am 10. Dezember 1933 erneut eingeweiht. 1943 sollte sie für Kriegszwecke eingeschmolzen werden, abermals verhinderten es große Proteste der gesamten Bevölkerung. Ein Jahr später verschwand sie dann trotzdem und es ist nicht bekannt, was mit ihr passiert ist.
1987 gab es den Musikpreis von ARD, ZDF und ORF, bei dem die Berolina von Herrn Eberhard Diepgen als Berliner Bürgermeister 15 Mal verliehen wurde, z.B. an Udo Jürgens und Thomas Gottschalk. 1995 gab es zum 100. Geburtstag der Berolina im Stadtmuseum eine Ausstellung, zusammengestellt von Frau Ebert. 1996 sammelte ein 18-jähriger Schüler mit seinem Verein für das Standbild, wozu selbst Bundespräsident Richard von Weizsäcker für die Berolina spendete. Die Zeit jedoch war wohl noch nicht reif. Es gibt viele Lieder, Gedichte, Songs und Theaterstücke, z.B. von Walter Mein, Kurt Tucholsky und Günther Neumann. Auch an die Sendung Rund um die Berolina, die es heute noch gibt, sei erinnert. Viele Firmen führen den Namen “Berolina” und würden sich freuen, wenn dieser Name wieder Gestalt annimmt und ein Großteil von ihnen würde sich gerne an dem Wiederaufbau beteiligen




Die als Musikpreis 1987 vergebene Berolina

Bronzefigur von Bildhauer Joachim Dunkel

 

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